Neulich habe ich Apple in einer Fußgängerzone mit seiner neuen Marionette spielen sehen. Die Puppe schaut aus wie ein Pfau und heißt “iPad”. Das Teil kann zwar weniger als Apples anderer Vogel namens “iPhone”, ist aber größer und überfordert keine Passanten mit seinen Kunststückchen.
Die Medienbranche steht dabei, bejubelt den hölzernen Pfau, schreit die Umstehenden an, wie wegweisend das Design ist, wie wunderschön er singt und wie toll er tanzt. Selbst wenn sich der Vogel verheddert, ist das gleich eine Meldung wert. Viele Leute werfen ein paar lausige Pennys in den Hut. Die Medienbranche freut sich darüber. Davon kann man sich Suppe kaufen. Apple steht da, zieht fleißig die Fäden und bekommt natürlich seinen Anteil ab.
Auf der anderen Straßenseite stehen ein paar Puppenspieler mit verschiedenen “Android” -Papageien von Google. Nicht alle von ihnen haben einen Hut. Aber neben jedem Puppenspieler steht ein Mitarbeiter von Google und stellt den Passanten fragen. Es werden immer mehr. Wer sind Sie? Wo gehen Sie hin? Wen rufen Sie an? Wie sieht Ihr Terminkalender aus? Wer schreibt Ihnen E-Mails? Wer steht alles in Ihrem Adressbuch? Wer ist auf Ihren Handyfotos zu sehen? Haben Sie schon diese Werbeanzeige angeklickt?
Ein paar Obdachlose sitzen auch in der Nähe… Nokia hat sich eine Fingerpuppe gebastelt. Aber die Leute laufen peinlich berührt dran vorbei. Ist einfach nicht mehr zeitgemäß.
Microsoft hält sich wacker: Viele grüßen ihn noch auf der Straße. Er ist in der ganzen Stadt bekannt, auch wenn ihn manche nicht leiden können. Microsoft bastelt jetzt wieder an Marionetten, ist aber nicht mehr so gut darin wie früher.
Palm hat eine echt tolle Marionette, steht aber hinter ein paar Büschen versteckt und hat sowieso keine rechte Lust mehr auf den Stress.
Wenn Sie mal wieder durch die Fußgängerzone gehen, achten Sie darauf… Aber passen Sie auf, wem Sie ihr Geld zuwerfen…
