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#0010: Google will WLANs wissen

Googles deutsches “Street View” Projekt steht wiederholt in der Kritik. Diesmal sind die standardmäßig in den Fahrzeugen eingebauten WLAN-Scanner der Stein des Anstoßes.

Die Geräte erfassen aktive WLAN-Netzwerke in der Nähe von Googles Kamera-Fahrzeugen und könnten neben Positionsdaten auch den Verschlüsselungsstatus, die gerätespezifische MAC-Adresse und den Namen des Netzwerks erfassen, so die Branchenseite “Heise Security”. Schlimmstenfalls ließen sich solche Daten den jeweiligen Haushalten zuordnen – anhand des Namens, der vom Nutzer selbst für das Netz gewählt wurde.

Den sofortigen Ausbau dieser Geräte forderten daher Peter Schaar, Datenschutzbeauftragter des Bundes und sein Kollege Johannes Caspar, Datenschutzbeauftragter von Hamburg in einer gemeinsamen Mitteilung.

Kamera-Auto von Google Street View - Quelle: Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Google_Street_View_car_Switzerland.jpg

Ein Kamerawagen von Google Street View - Quelle: Wikipedia, Abaumg

In ihrer Reaktion gegenüber “Heise Security” bestätigte die Google-Sprecherin Lena Wagner zwar das Vorhandensein besagter WLAN-Scanner, wies aber den Vorwurf zurück, dass die Erfassung und das Sammeln von Positionsdaten der WLAN-Netze illegal seien. Die Scans seien “rechtmäßig”, die gesammelten Daten würden anonymisiert und ausschließlich zur WLAN-gestützten Ortung genutzt.

Datenschützer Caspar betonte hingegen gegenüber Heise das Missbrauchspotential dieser Informationen. Daten über den Verschlüsselungsstatus von Netzwerken beispielsweise könnten “als Wegweiser für Schwarzsurfer genutzt werden”.

Konstantin von Notz, innenpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, nannte Googles Vorgehen einen “Skandal ersten Ranges” und forderte die Bundesregierung auf, hier “klare Grenzen zu setzen”.

Googles Street View Projekt ist in Deutschland immer wieder Ziel der Kritik von Datenschützern und Politikern. Mittels auf Autos montierter Rundumkameras werden von Google ganze Straßenzüge fotografiert, um die Daten später in den eigenen Navigations- und Kartendiensten zu verwenden. Gesichter und Nummernschilder werden dabei automatisch unkenntlich gemacht. Dennoch weisen Datenschützer auf die allgemeinen Risiken dieser automatisierten Erfassung hin. Immer wieder haben Gemeinden und Kommunen in Deutschland gegen Googles Vorgehen protestiert. Darüber hinaus wurden seitens der Politik rechtliche Schritte gegen Googles Projekt erwogen.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte gegenüber dem Magazin Focus im Februar diesen Jahres Google Street View als “millionenfache Verletzung der Privatsphäre” kritisiert.

Übrigens: Um der Abbildung des eigenen Hauses in Google-Diensten zu widersprechen, kann man sich über diese E-Mail Adresse an Google Deutschland wenden:

streetview-deutschland@google.com

Möglich ist auch ein schriftlicher Widerspruch an folgende Adresse:

Google Germany GmbH
betr.: Street View
ABC-Straße 19
20354 Hamburg

Quelle: Heise Security

Bildquelle: Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/File:Google_Street_View_car_Switzerland.jpg)

Post Scriptum: Der Stil dieses Beitrags ist absichtlich etwas seriöser gewählt als sonst in meinem Blog üblich… Naja, ich muss schließlich in Übung bleiben… Kann ja nicht immer nur derbe Sprüche klopfen… Außerdem: Wenn es um Googles Weltherrschaft geht, sollte man keinen Spaß verstehen ;-)

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