Zehnjährige Mädchen mit rosa Schnürsenkeln und einsneunzig große Trash-Metal-Freaks mit Slayer T-Shirt sitzen neuerdings nebeneinander im Kino, wenn ein haufen animierter 3D-Wikinger gegen schrullige Drachen ums Essen kämpft.
“How to Train Your Dragon” (Deutscher Titel: “Drachenzähmen leicht gemacht”) handelt von dem schmächtigen Teenagerbübchen und Außenseiter Hickup (Hicks im Deutschen), der einen schwarzen Drachen zähmt und so den hornhelmtragenden Kriegern die freundliche Seite dieser feuerspeienden Echsen zeigt.
Die Geschichte basiert auf den Büchern von Cressida Cowell und wird nach dem erprobten Kinder-Können-Großes-Schaffen-Schema erzählt. Das macht aber nicht nur den Kleinen Kinogängern Spaß. Die Animationen sind gut gelungen, der 3D-Effekt passt prima zum rasanten Drachenflug und die deutsche Synchro ist dank “Pseudo-Platt” sehr stimmig (außer im Trailer, siehe unten).
Auch wenn man kein Meta-Gagfeuerwerk wie bei Filmen aus der Pixar-Schmiede erwarten darf, hat das Werk der Regisseure Chris Sanders und Dean DeBlois (“Lilo und Stitch”) dank hohem Tempo und herzblut-beseelter Figuren seinen Reiz. Solide Animationsfilmwahre von Dreamworks also, aber kein Meilenstein. Trotzdem: Wenn man Kinder zu unterhalten hat, ist “How to tame your Dragon” einen gemeinsamen Kinobesuch wert.
Ach ja, ein bisschen rügen möchte ich an dieser Stelle die Regisseure für das Figurendesign des schwarzen Drachen “Ohnezahn” (siehe Filmplakat): Da haben die Herren arg offensichtlich ihr Knuddel-Alien “Stitch” kopiert. Den Markenanwälten bei Disney dürfte sicher die ein oder andere Augenbraue entgleist sein, als sie das gesehen haben…

